Geschichte - Dampfschleuder Xrot R

Dampfschleuder Xrot R12
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Geschichte

Geschichte der R12
Mitte des 19. Jahrhunderts breiteten sich die Eisenbahnen rasant aus. Immer  mehr wurden Gebiete erschlossen, in welchen extreme klimatische Bedingungen mit  viel Schnee herrschten. Die verwendeten Schneepflüge kamen mit Schneehöhen bis  zu 100 cm zurecht. Starke Schneefälle und Windverfrachtungen konnten diese  Schneehöhen aber vervielfachen.

Es wurden verschiedenste Arten von Schneeräumungsmaschinen entwickelt, bis sich um 1890 herum das Leslie-System der  Einradschleuder durchsetzte. In Europa hatte die Firma Henschel & Sohn in  Kassel die Lizenz zum Bau solcher Schleudern und diese lieferten 1895 eine  Maschine an die damalige Gotthardbahn. Unter dem Namen „Rotary“ ist sie wohl  heute noch ein Begriff.

Die Berninabahn bestellte 1910 eine selbstfahrende Dampfschneeschleuder, um die anfänglich nur für den Sommerbetrieb vorgesehene Linie von St. Moritz nach Tirano auch im Winter betreiben zu können.  Dieser Dampfschneeschleuder folgte zwei Jahre später eine baugleiche  Maschine.


Da bei starken Schneefällen und Lawineniedergängen die  Schneepflüge sowie die hastig zusammengesuchten Schneeschaufler oft nicht  genügten, um die Strecke der Rhätischen Bahn offen zu halten, beschaffte man für  die Stammnetzlinien im Jahre 1913 ebenfalls zwei Dampfschneeschleudern in der  Bauart der Berninabahn, welche aber nicht selbstfahrend konzipiert waren, da  genügend Schublokomotiven vorhanden waren. Um beim Umstellen und Wenden keine  komplizierten Manöver ausführen zu müssen, erhielten beide Schleudern einen  einfachen, einkuppelbaren Hilfsantrieb, welcher auf die hintere Achse des  vorderen Drehgestells wirkte.

Die beiden Dampfschneeschleudern wurden mit  R 11 und R 12 bezeichnet. Unsere R 12 war von 1913–1922 in Landquart beheimatet,  wechselte von 1922–1935 nach Samedan und kam 1935 nach Davos Platz, wo sie bis  Ende der Fünfzigerjahre im Einsatz stand und 1968 offiziell ausrangiert wurde.  Die Dampfschneeschleuder R 12 hatte nachweisbare Einsätze bei der FO (Furka  Oberalp-Bahn) am Oberalppass, so z.B. auch im Jahre 1926. Nach der Ablieferung  der ersten modernen Dieselschleuder anno 1959 wurden die beiden  Dampfschneeschleudern nur noch als eiserne Reserve gehalten. Da auch ihre  Kesselfristen abgelaufen waren, schien ihr Schicksal besiegelt!

Während R  11 um 1966 in Samedan abgebrochen wurde, kam R 12 nach einem längeren Aufenthalt  in Landquart mit anderen Fahrzeugen der Rhätischen Bahn 1971 zur Museumsbahn  Blonay–Chamby. Dort wurde 1984 das Dach verblecht, der Anstrich erneuert und  somit erhielt sie wieder ein ansehliches Äusseres.

1990 erhielt die DFB  die inzwischen ausrangierte Berninabahn-Schleuder Xrotd 9214. Bei der Über-fuhr  von Landquart nach Realp stellte sich heraus, dass diese Maschine nicht  zahnstangentauglich war (Profil). Später wurde sie mit weiteren Fahrzeugen in  Oensingen ausgestellt.

Im Jahre 1996 beschlossen die DFB und die  Museumsbahn Blonay–Chamby, die beiden Schleudern R 12 (Nr. 9212) und R 14 (Nr.  9214) zu tauschen. Die Berninaschleuder R 14 kam nach Blonay, währenddem R 12  per Strassentransport nach Gletsch verschoben wurde.

Nachdem die  Schleuder lange Jahre im DFB-Depot in Gletsch ganz im Stillen ihr Dasein  fristetet, wurde sie am 3. September 2002 ans Tageslicht geholt und für die  Überfuhr auf der Schiene nach Realp vorbereitet. Die DFB-Dampflok Nr. 1 schob  sie dann bei regnerischem Wetter bis zur Station Furka, wo der Tender abgehängt  wurde, um die Schleuder auf der kleinen Drehscheibe wenden zu können. Dieses  Wendemanöver war notwendig, damit die Dampflok wiederum talseitig die ganze  Komposition bremstechnisch kontrollieren konnte. In den darauffolgenden Tagen  wurden die Dreh-gestelle und diverse Anbauteile demontiert und der ganze  Lokomotivkasten mit Schleudervorbau und Kessel auf einen Tiefganganhänger  verladen. Der Strassentransport von Realp nach Goldau verlief problemlos, einzig  der Ablad forderte die Beteiligten doch noch etwas heraus.

In Goldau wird  die R 12 nun eine Revision durchlaufen, damit sie in einigen Jahren wieder in  voll betriebsfähigem, möglichst originalem Zustand für Räumungsfahrten an der  Furka eingesetzt werden kann.


DFB Projektleiter Xrotd R 12
Martin Horath      Steinerbergstrasse 59       6410 Goldau       Mobile: +41 78 898 69 01     E-Mail: dampfhorath@bluewin.ch
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